WuT Im Bauch


Was kann ich tun?

-Ganz GLeich, Ob Bei DiR oder Bei Deinem Angehörigen-

Fragen, die Dich beschäftigen könnten:

 

 

     

Irgendwas stimmt nicht, aber was? 

Folgendes kann zum Beispiel passiert sein:

Du kümmerst dich um deine kranken Eltern oder um andere Angehörige. In letzter Zeit ist öfter mal laut bei euch. Du weißt nicht mehr was du machen sollst und fühlst dich müde, traurig und wirst auch wütend. Auch deine Eltern oder andere Angehörige schreien dich öfter an und du hast immer mehr Angst vor ihnen, traust dich nichts mehr zu sagen und weißt nicht, wie du die Situation erklären sollst. 

Was hier passiert, kann man so erklären:

Du kümmerst dich um jemanden, der deinen Schutz benötigt, dabei bist du selbst noch nicht so alt und eigentlich bräuchtest du öfter auch mal Hilfe und Schutz. Da es aber meist leider nicht geht, kann es vorkommen, dass alle in deiner Familie mit der Situation überfordert sind. Das ist normal, kann aber oft auch dazu führen, dass du nicht mehr weiter weißt und erschöpft bist und das kann wiederum Wut (entweder bei dir aber auch bei deinen Angehörigen) auslösen. Schauen wir uns jetzt mal an, wie du damit weiter umgehen kannst.  

 

 

 Was kann ich tun?

 

Es kann dir helfen, wenn du weißt, was du brauchst, damit sich etwas ändert. Das bedeutet, dass du ein Recht dazu hast zu sagen, wenn dich etwas sehr verletzt.  Niemand darf dich anschreien, beleidigen oder dir anders wehtun.

Versuche, wenn möglich, denjenigen der dich verletzt hat anzusprechen. Dies geht nur, wenn du dir sicher bist, dass er dir nicht nochmals weh tut. Falls du dich sicher dabei fühlst, kannst du ihm sagen, was dir wehgetan hat, was du dir wünschst, damit es anders wird.

 

In einer Situation in der dir wehgetan wird hilft es "Stopp" zu sagen. Das erfordert ein bisschen Mut, kannst du aber lernen- Stell dir dafür bitte mal folgendes vor- Ein Schiedsrichter z.B. bei einem Basketballspiel mit einer gelben oder einer roten Karte. Dieser sorgt dafür, dass sich alle an die Regeln halten. Um das zu können, muss er üben und auch wissen, was erlaubt ist und was nicht.  Nur so kannst du deine Grenzen bestimmen und ein "Stopp" setzten.

Wie kann das gehen?-  Wenn möglich gehe aus der Situation heraus, atme tief durch und überlege, was du im nächsten Schritt tun kannst. Ist vielleicht eine andere Person da, die dich ablösen kann? Versuche dich nicht zu erklären, bleibe ruhig und wenn du wieder zurück gehen solltest, setze Grenzen d.h. probiere zu sagen, wie du behandelst werden möchtest ,  d.h. du lässt dich nicht anschreien, beleidigen, schlagen  usw. Nur Mut und übe es ein, nicht jeder traut sich gleich, aber es kann dir helfen.  

 

 

  Was können Andere für mich tun?

 

Wenn du dich traust, mit anderen Menschen zu reden, ist das ein wichtiger Schritt. Bedenke, dass du der Person vertrauen kannst. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du dir auch anonym Hilfe suchen, das heißt dich an Beratungsstellen für pflegende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wenden, bei denen du deinen Namen nicht nennen brauchst. Du kannst mit mir Kontakt aufnehmen. Wenn du deinen Namen nicht nennen möchtest, gib im Feld "Namen" einfach "anonym" ein. Weitere Anlaufstellen für junge pflegende Angehörige findest du hier

 

 

 

 Wo finde ich noch Hilfe? 

 

 

 

Manchmal ist es, wie gesagt, auch möglich und nötig mit anderen Menschen zu sprechen, ohne dass du sie kennst. Dafür gibt es gute Anlaufstellen, die hier oben schon genannt wurden. Die Mitarbeiter sind oft vertraut auf diesem Gebiet und die Beratung findet anonym statt. Du brauchst also deinen Name nicht nennen, wenn du nicht möchtest und was du erzählst ist vertraulich, also darf nicht einfach weiter erzählt werden.  

 

Eine gute Anlaufstelle ist auch die bundesweite Nummer gegen Kummer

Dort findest du Mitarbeiter, die dir zu hören und wenn du möchtest Rat und weitere Stellen in deiner Umgebung nennen, an die du dich wenden kannst. 

 

Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche "Nummer gegen Kummer": 116 111 anonym u. kostenlos (Mo-Sa 14-20 Uhr)

online unter www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendtelefon

 

 

Denke daran- Du bist nicht allein! 


Beratungsstelle zum Thema Gewalt in der Pflege:

 

Pflege in Not- Was ist das?

 

Pflege in Not ist ein Beratungsangebot, wenn beispielsweise Gewalt in der Pflege vorkommt oder andere Grenzen überschritten sind.

 

030 69 59 89 89

 

Telefonische Sprechstunde

Montag, Mittwoch und Freitag von 10-12 Uhr ab sofort auch Dienstag von 14-16 Uhr     

 

Nachricht an Pflege in Not

 

 


 

Auf deinen kleinen Schultern liegen 1000 Tonnen Gewicht,

Straßen aus Salz verlaufen über deinem Gesicht.

 

So viele Gefühle, die du nicht verstehst.
Willst, dass alles gut wird, weißt nicht wie das geht.

 

Und du kannst schon wieder nicht schlafen,
weil dein Herz so laut schlägt,
dein Herz so laut schlägt.

 

(Catterfeld,  Yvonne. "Straßen aus Salz". Guten Morgen Freiheit. Veritable Records (rough trade), 2017. CD.) 


AlLGEMEINE INFORMATION

Lange haben wir überlegt, ob und wie es angesprochen werden darf und kann, dass die Pflege  eines Angehörigen manchmal so belastet und dies somit zu missbräuchlichem Veralten führt. Genau aus diesem Grund ist es an dieser Stelle angebracht, das Schweigen zu brechen. Da "Young helping Hands" Aufklärungsarbeit über die Situation von pflegenden Kindern und Jugendlichen leistet, ist es somit mehr als notwendig offen mit diesem Thema umzugehen um längerfristig schützend entgegenzuwirken.